Der Bushido-Amend-Komplex

Viel Rauch um Ramsch: Rüpelrapper und sein Ghostwriter erhitzen die Gemüter / Morgen Konzert

  • Von Tobias Riegel
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Vor Beginn der Lektüre dominiert noch vorsichtige Neugier: Wer weiß – vielleicht ist das Buch »Bushido« von und über den 30-jährigen Berliner Skandalrapper ja erträglicher als das, was er bislang in seinen berüchtigten, Gewalt verherrlichenden und materialistischen Liedtexten produzierte. Ja vielleicht ist die 400 Seiten starke Autobiografie des Deutsch-Tunesiers sogar ein interessanter Einblick, sowohl in die Lebensverhältnisse der deutsch-migrantischen Unterschicht Berlins, als auch in Musikgeschäft und Hip-Hop-Szene? Die anfängliche Neugier auf das unter Federführung des PR-Beraters Lars Amend entstandene, beim Riva Verlag erschienene Buch weicht jedoch schnell ungläubigem Staunen, kopfschüttelndem Schmunzeln und blankem Entsetzen. Je weiter man liest, desto mehr überwiegen dann wiederum Überdruss und Langeweile.

Denn tatsächlich geht es in »Bushido« nur um eines: wie hart, potent, cool, mutig, begabt, reich, unverfroren und gr...


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