Kitsch-King beim Sonnenkönig

Kunstwerke von Jeff Koons im Schloss Versailles sorgen für Sehstörungen

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Konfrontation zeitgenössischer Kunstwerke mit altehrwürdiger Kunst als eine Methode, neue Erkenntnisse zu provozieren, klappt nicht in Versailles: Derzeit sorgen die dort präsentierten kitschigen Plastiken von Jeff Koons nicht für einen Dialog zwischen Alt und Neu, sondern für Kopfschütteln über derart unangebrachtes Marketing.

Viele Besucher des Schlosses Versailles wirken gegenwärtig etwas verstört. Im Schlosshof, im Treppenhaus, in den Prunksalons und selbst in der berühmten Spiegelgalerie stoßen sie auf die hier zumindest deplatziert wirkenden bonbonfarbenen Riesenplastiken des amerikanischen Neopop-Künstlers Jeff Koons. Ihm hat das Prunkschloss von Ludwig XIV. für drei Monate die Tore für seine erste Ausstellung in Frankreich geöffnet. Im Hof spiegelt sich die Barockfassade des Schlosses goldgelb in der tonnenschweren Metallplastik »Ballon Flower 3«. Im Salon d’Hercule, dem »Vorzimmer« zu den Prunkgemächern des Sonnenkönigs, begrüßt »Balloon Dog«, die drei Meter hohe, wie aufgepumpt wirkende magentafarbene Plastik eines stilisierten Hundes, die Besucher. »Rabbit«, das Kaninchen aus Edelstahl, ist im Salon de l’Abondance in einer Panzerglasvitrine zu bewundern. Mitten im Salon de Mars hängt von der Decke der zweieinhalb Meter lange leuchtend r...


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