Die Hoffnung stirbt zuletzt

Viele Schulabgänger ohne Abschluss bleiben trotz Fördermaßnahmen meist ohne Lehrstelle

  • Von Guido Sprügel
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Fast alle Schüler ohne Schulabschluss absolvieren in Deutschland ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Die Maßnahme ist jedoch sehr umstritten, da vielfach der Erfolg in Form der beruflichen Integration ausbleibt. Beispiele aus der Praxis belegen diesen Verdacht.

Ungewisse Zukunft: So wie Stephan aus Hamburg geht es vielen Jugendlichen ohne Schulabschluss in Deutschland.

Wenn der 18-jährige Stephan im Hamburger Stadtteil Wellingsbüttel nach Hause kommt, wartet eine Menge Arbeit auf ihn. Zunächst kümmert er sich in seiner Souterrain-Wohnung, die er mit seinem Bruder teilt, um die Katzen und den Haushalt. Dann zieht er sich in sein Zimmer zurück, um für den Hauptschulabschluss zu pauken. »Leicht fällt es mir nicht, vor allem in Englisch habe ich Probleme«, berichtet der junge Mann. Stephan fiel das schulische Lernen nie besonders leicht. In der siebten Klasse kam er von der Gesamtschule auf die Förderschule – dort fühlte er sich sozial sofort gut aufgehoben. Keiner hänselte ihn wegen seiner Probleme in Mathe und Deutsch.

Nach der Förderschule besuchte er ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) in der Handelschule H 13 im Bereich der Bürotechnik. »Da hab ich den Hauptschulabschluss nicht gepackt und eine Lehrstelle habe ich auch nicht gefunden«, erzählt Stephan. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als ei...


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