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Kupons und Bomben

Mit dem sowjetischen Abzug endete das Leid der Afghanen nicht

  • Thomas Ruttig, Kabul
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Vor 20 Jahren zog der letzte sowjetische Soldat aus Afghanistan ab – die Wunden der Besatzung aber sind noch nicht geheilt

Wo im Westen Kabuls am Kreisverkehr von Deh Mazang zwei breite Hauptstraßen aufeinander treffen, die nach Süden zum Parlament und nach Westen zur Universität führen, ragt ein eigentümlich asymmetrisches Gebäude in den glasklaren Winterhimmel. Es bildet einen tiefen Kontrast zu den traditionellen Lehmziegelhäusern, in denen auch heute noch die meisten Bewohner der afghanischen Hauptstadt leben. Zur Zeit seiner Errichtung in den 80er Jahren war es beinahe Avantgarde: das sowjetische Kulturzentrum. Beim näheren Hinsehen erkennt man, dass der Bau total zerschossen ist. Die leeren Fensterhöhlen sind mit rauchgeschwärzten Fetzen oder Plastikfolie verhangen.

Äußerlich erinnert im Kabuler Stadtbild nicht mehr viel an die zehnjährige sowjetische Besatzung, die am 27. Dezember 1979 begann, um ein angeschlagenes Linksregime zu retten, und am 15. Februar 1989 endete, als mit dem Kommandeur der 40. Armee, General Boris Gromow, der letzte sowjetisch...


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