Zervixkarzinom im Visier

Spanien nimmt Papilloma-Impfungen nach Zwischenfällen wieder auf

  • Von Ralf Streck
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Das spanische Gesundheitsministerium nahm die Papilloma-Impfungen von Mädchen nach einem kurzen Moratorium wieder auf. Doch damit ist der Streit um die Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs nicht vorbei. Kritiker halten sie nach wie vor für ungenügend erforscht und schwere Gegenreaktionen bei jungen Spanierinnen entfachten die Polemik neu.

Seit Sommer 2007 ist der teure Impfstoff gegen den Humanen Papillomavirus (HPV) in Spanien zugelassen und alle Eltern können ihre Töchter zwischen 11 und 14 Jahren kostenfrei gegen das Virus impfen lassen. Es wird für 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich gemacht.

Das Zervixkarzinom ist der zweithäufigste bösartige Tumor bei Frauen. Die Impfkampagne der vergangenen Wochen brachte allerdings kürzlich zwei Mädchen in Valencia auf die Intensivstation. Sie hatten zeitweise sogar das Bewusstsein verloren und liegen noch immer im Krankenhaus, ohne dass eine klare Diagnose vorliegt. Wegen des zeitlichen Zusammenhangs mit der HPV-Impfung hatte die Regierung die weitere Benutzung einer Charge des Impfstoffes »Gardasil« ausgesetzt. Das Gesundheitsministerium hatte angeordnet, alle 75 582 Dosen des HPV-Impfstoffs vom Markt zu nehmen. Eigentlich sollten die Impfungen bis zu einer endgültigen Klärung eines möglichen Zusammenh...


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