Mit ND zu Pferdebucht und Pionierpalast

Bemerkenswertes am Weg der Frühjahrswanderung

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 3 Min.
»Mir gefällt hier alles«, schwärmte Claudia Adelt von der 10. Oberschule in Friedrichshagen. Am 3. Oktober 1979 übergab Jugendbrigadier Reiner Bolduan dem Pionier Cora Zosel den symbolischen Schlüssel für den neuen Pionierpalast. Volksbildungsministerin Margot Honecker verlieh ihm den Namen »Ernst Thälmann«. Heute heißt der Gebäudekomplex Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ). In seiner Nähe ist das Ziel der 67. ND-Wanderung am 14. April. Die Abschlussparty unserer Frühjahrstour feiern wir beim Verein Juwel im benachbarten Haus am Badesee. Zur Einweihung des Pionierhauses erschienen seinerzeit hochrangige Vertreter der Partei und Staatsführung: Erich Honecker, Willi Stoph, Horst Sindermann, Erich Mielke, Egon Krenz... Dem ND war dieses Ereignis damals große Berichte wert. Das 213 Meter lange und 120 Meter breite Gebäude entstand in drei Jahren. Es hat für täglich 2000 Jungen und Mädchen Platz. Doch bevor wir bis hierher gewandert sind, passieren wir eine Reihe anderer bemerkenswerter Stätten. Los geht es gleich, nach dem Start am S-Bahnhof Hirschgarten (8 bis 11 Uhr). Der Hirschgarten ist eine Villenkolonie, die der Bankier Friedrich Wilhelm Albert Hirte (1833-1898) im Jahre 1870 auf einer »Hirschacker« genannten Flur gründete. Dazu erwarb Hirte bereits 1860 die Kesselwiese am Störtgraben sowie 33 Morgen Land von Gastwirt Konrad, dem Eigentümer des Lokals »Goldener Hirsch«. Die Kolonie Hirschgarten entwickelte sich bis 1900 zum Ausflugsort. Hier standen Restaurants, aber auch die Häuser vieler Bootsvereine. Etwa 100 begüterte Familien aus Berlin verbrachten im Hirschgarten den Sommer. Zum Kurort entwickelte er sich aber nicht, weil die vorhandene Heilquelle nur sehr zaghaft sprudelte. Über die Stillerzeile schreiten wir zum Ufer der Erpe und unterqueren eine Eisenbahnbrücke. Achtung bei einer Körpergröße über 1,90 m - man könnte sich den Kopf stoßen. Später ist dann noch einmal Vorsicht geboten, wenn es die verkehrsreiche Kaulsdorfer Straße zu überqueren gilt. Am Wiesenweg 1 teilen sich die kurze und die lange Wanderstrecke (9 bzw. 15 km). Nur auf der langen Strecke geht es vorbei an der Ravensteinmühle. Die Wassermühle an der Erpe wurde bereits 1434 erstmals urkundlich erwähnt und klapperte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Ab 1879 produzierte dann für einige Jahre eine Düngerfabrik Guano. Der Markenname geht auf fruchtbaren Vogelmist auf den Guano-Inseln zurück. Immer wieder passieren wir auf unserer Wanderung die Standorte ehemaliger Ausflugsrestaurants. Dazu gehört das Gasthaus Waldburg. Den Neubau mit Turm eröffnete Wilhelm Keller Pfingsten 1903. Später diente er als Kriegslazarett und als Ferienheim. Zu erspähen ist die Waldburg auf der linken Seite an der ersten Wegkreuzung nach dem Hinweisschild auf eine Führhundeschule. Wo sich heute die Deutschhofer Allee befindet, stand in den 1920er Jahren das Ausflugslokal »Pferdebucht« mitten im Wald an einem Teich. Heute sind Lokal und Teich verschwunden.

http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=14751&IDC=5

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