Dogmatiker aller Strömungen, vereinigt euch!

Der Wahlparteitag am Wochenende muss den bisher ungestillten Diskussionsbedarf der Partei kanalisieren / Die Führung sieht es mit Sorge

Die LINKE beschließt ihr Bundestagswahlprogramm. Zwei Wochen nach der Europawahl, die die Erwartungen der Partei nicht erfüllte, eine Woche nach einem SPD-Parteitag, dessen Schulterschluss man erst hinkriegen muss. Von diesem Wochenende scheint wieder mal alles abzuhängen.

Längst schien die Steuerungsgruppe aus PDS- und WASG-Funktionären Geschichte zu sein. Sie hatte die Parteienfusion vor zwei Jahren ausgehandelt. Jetzt ist sie wieder da. In einem Aufruf an den Parteitag ruft die Gruppe zur Geschlossenheit. »Wir wollen, dass die LINKE tatsächlich zusammenwächst«, wirbt ihr Aufruf – »über Strömungen und über die Unterschiede von Ost und West hinweg«. Der Appell zeigt: Das Panik-Pendel schlägt hoch.

Zehn Prozent Irre. Mehr scheinen es nicht zu sein in der LINKEN. Die Zahl hat jedenfalls Gregor Gysi vor Journalisten ins Spiel gebracht. Soviel Irre habe doch jede Partei, meinte er milde. Die Zahl wird nun gern von den Medien wiederholt, so, als hätten sie sich Gysis Meinung angeschlossen. In der Hoffnung, dass er sich ihrer Meinung anschließe: Müsste man solche Leute nicht ausschließen?

Dagmar Enkelmann, Parlamentarische Geschäftsführerin im Bundestag, hält es hier mit vielen ostdeutschen Genossen: »A...


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