Drogenkrieg oder Tony Soprano und die Taliban

Die gezielte Tötung von Drogenhändlern ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht

Mit dem Sturz des Taliban-Regimes kehrte Afghanistan zurück ins Opiumgeschäft. Lag die Opiumproduktion des Landes im Jahr 2001 noch bei 185 Tonnen, so war die Mohnernte im Herbst 2002 bereits wieder auf 3400 Tonnen angestiegen. Für dieses Jahr wird nun trotz aller Erfolgsmeldungen über opiumfreie Provinzen eine Rekordernte von über 9000 Tonnen Rohopium erwartet. Damit ist auch gesichert, dass die Welt ihren Bedarf an Opium zu über 90 Prozent aus einem Land decken kann.

Diesen Anstieg der Produktion haben die US-Amerikaner durchaus selbst zu verantworten, da sie – im Kampf gegen Al Qaida und Taliban – Warlords und Milizenführer auf die Gehaltslisten von CIA und Sondereinsatztruppen setzten. Etliche dieser Warlords erlangten so führende Positionen in der neuen afghanischen Regierung. Damit war das korrupte Geflecht zwischen Drogenhandel und afghanischen Behörden geschaffen, welches heute eine Grundlage für das gut funktionier...


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