Faktisch ein Berufsverbot

Schwarze Liste mit Daten von 3000 Gewerkschaftern kursierte jahrelang in britischer Bauindustrie

  • Von Christian Bunke
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Über Jahre »abonnierten« britische Bauunternehmer eine von einer Privatdetektei zusammengestellte schwarze Liste, die Namen von engagierten Gewerkschaftern enthielt. Wer drauf stand, stand bei seinem Arbeitgeber oft auch schnell wieder vor der Tür.

Steve Acheson ist gelernter Elektriker und langjähriger Aktivist der britischen EPIU, ein Teilbereich der Gewerkschaft UNITE, in der sich Elektriker und andere Bauarbeiter organisieren. Seine gewerkschaftlichen Aktivitäten haben ihm regelmäßig Ärger eingebracht, oft wurde er mit fadenscheinigen Begründungen entlassen.

So war das auch im letzten Februar, als er ohne Vorankündigung von einer Baustelle auf dem Gelände des Fiddlers Ferry Kraftwerks in der Nähe von Warrington entlassen wurde. Wie so oft organisierte Acheson einen Protest gegen seine Kündigung. Er stellte sich mit Transparenten vors Eingangstor. Innerhalb von Minuten kam der Vorarbeiter angerannt. »Ich bin aber nicht sehr glücklich, dass du hier stehst«, erklärte er. Achesons Antwort: »Glücklich bin ich auch nicht. Ich will meinen Job zurück.«

So wie Steve geht es vielen Gerwerkschaftsaktivisten in der britischen Bauindustrie. Tausende von ihnen sind faktisch ausgesperrt. Seit...


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