Frau Scharffs drittes Leben

Nichts ist ihr verloren gegangen – keine Menschen, keine Ansprüche

  • Von Ulrike Gramann
  • Lesedauer: ca. 9.5 Min.

Susanne Scharffs erstes Projekt ist eines, wie sie zu Dutzenden um die Wendezeit im Osten gegründet wurden, mit großer Ambition. Nicht alle überlebten, MONAliesA schon. »Sachen, die unlösbar scheinen«, sagt Scharff, »spornen mich richtig an.« Mit Bücherspenden von Verlagen und aus privater Hand baute Scharff damals die Bibliothek auf: Belletristik, Sachbücher, Zeitschriften, historische Dokumente wie die DDR-Frauenzeitschrift »Für Dich«, alles da, alles offen für Frauen und auch Männer im Leipziger Haus der Demokratie. Auf öffentliche Finanzierung angewiesen, blieb die Bibliothek stets bedroht vom Rotstift. Im Frühling wussten die Mitarbeiterinnen nicht, ob sie nicht schon seit Januar arbeitslos waren. Als 1997 Sparzwänge überhand nahmen, schlossen sie die Bibliothek und schrieben ein Flugblatt, auf dem stand in der ersten Zeile: »Wir geben auf«, in der zweiten aber: »keinen Fall auf!«. Ansteckend entschlossen fanden sie Verbündete in ...


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