Villepin muss Sarkozys Rache fürchten

Im Clearstream-Prozess werden alte Rechnungen beglichen – wie einst im Duell

  • Von Ralf Klingsieck, Paris
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Beim sogenannten Clearstream-Prozess, der am heutigen Montag in Paris beginnt und einen Monat dauern soll, richtet sich alle Aufmerksamkeit auf eine Randfigur der Affäre – Frankreichs ehemaligen Premierminister Dominique de Villepin. Weil in dem Verfahren Präsident Nicolas Sarkozy als Nebenkläger auftritt, wird eine Staatsaffäre daraus.

Der »Nebenkläger« und zwei Angeklagte: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der ehemalige EADS-Mitarbeiter Imad Lahoud und Sarkozys Intimfeind Dominique de Villepin Fotos: AFP

Nicolas Sarkozy verdächtigt seinen ehemaligen Rivalen um die Präsidentschaftskandidatur, die Clear-stream-Affäre manipuliert zu haben, um ihn zu diskreditieren und aus dem Rennen zu stoßen. Der Prozess soll nicht zuletzt die Rachegelüste des Präsidenten befriedigen und Villepin vernichten. »Zu anderen Zeiten hätte man so etwas im Morgengrauen auf einer Waldlichtung mit Säbel oder Pistole ausgetragen«, meinte ein Rundfunkkommentator. »Heute wird dafür die Justiz der Republik missbraucht.« Dass auch sein eigener Ruf durch den Prozess leiden dürfte, scheint der Präsident in Kauf zu nehmen. Er wünschte, dass Villepin und die anderen Verantwortlichen an dem Rufmord »an einem Fleischerhaken enden«, weiß Sarkozys engster Freund, Innenminister Brice Hortefeux, zu berichten.

Villepin drohen bei einer Verurteilung wegen Verleumdung bis zu fünf Jahre Gefängnis, eine hohe Geldstrafe und damit das Ende seiner Karriere als Politiker.

Neben dem ehemali...


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