Auf-, Unter-, Übergang

»Letztes aus der Da Da eR« – ein DEFA-Film von 1990 auf DVD

  • Von Martin Hatzius
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Auf dem Müllplatz der Geschichte – mit Rettungsring, Akkordeon: das Clownsduo Meh (Mensching) und Weh (Wenzel)

Angenommen, nichts von uns bliebe übrig, nichts, außer diesem Film: Welches Bild von uns würden die Ahnungslosen sich machen, die ihn fänden? Könnten sie lachen über die traurigen Clowns, die da so unbeholfen lebenslüstern Sinn behaupten? Würden sie weinen über den zementierten Staub der Kulissen (Knast, Schlachthaus, Zementwerk usw.), denen jedes Leben, jede Lust fremd scheint? Hätte es etwas mit ihnen zu tun, dieses seltsame Land, in dem hier so verrückt um alles oder nichts gespielt wird?

Jörg Foths Filmadaption des Liedtheaterprogramms »Letztes aus der Da Da eR« von Steffen Mensching und Hans-Eckardt Wenzel feierte am 7. Oktober 1990 im Berliner Kino Babylon Premiere. Am Geburtstag einer Toten also, dem ersten nach ihrem Verbleichen. Vier Tage zuvor war die DDR in der BRD aufgegangen. Oder unter? Es war eine Zeit des Übergangs, in der der Film entstand, gedreht wurde im Frühjahr '90, kurz nach den Volkskammerwahlen, die die Weichen ...


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