Was bleibt vom Strike Bike

Vor zwei Jahren ging das Fahrradwerk »Bike in Nordhausen« in Selbstverwaltung

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Das Fabrikgebäude an der Bundesstraße 80 in Nordhausen, in dem vor genau zwei Jahren 135 Arbeiter ein Stück Sozialgeschichte schrieben, wirkt an trüben Herbsttagen besonders trostlos und leer. Wenig erinnert noch daran, dass hier vom 22. bis 26. Oktober 2007 die aufmüpfige Belegschaft der damaligen Bike Systems GmbH als Höhepunkt und Abschluss einer viermonatigen Betriebsbesetzung in eigener Regie 1837 Exemplare des legendären knallroten »Strike Bikes« herstellte.

André Kegel steht zwischen funkelnd neuen Rädern.

Das Tor, das die Fahrradwerker aus Angst vor einer Demontage der Produktionsanlagen ab Juli 2007 fast vier Monate lang besetzt hielten, ist derzeit durch Tiefbauarbeiten zur Untertunnelung eines bisherigen Bahnübergangs ohnehin für den Straßenverkehr unzugänglich. Sollte sich nicht bald ein neuer Mieter finden, so ist der Gebäudekomplex, in dem in den 80er Jahren noch mehrere tausend Arbeiter der VEB IFA Motorenwerke Nordhausen in Arbeit und Brot standen, dem Verfall preisgegeben.

Schwieriger Neuanfang

Bis Pfingsten 2009 beherbergte das Gelände die Strike Bike GmbH – einen Manufakturbetrieb, der als zartes Pflänzlein der Hoffnung ein Jahr zuvor die Fahrradproduktion wieder aufgenommen hatte. Die Strike Bike GmbH ist ein Kind des Belegschaftsvereins »Bike in Nordhausen«, der aus dem Abwehrkampf im Sommer und Herbst 2007 heraus entstanden war und als juristischer Träger für die selbstverwaltete Produktion fungierte.

Mit dem Umzug i...


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