Harsche Kritik an der »Kultur des Todes«

Hugo Chávez und Evo Morales fordern auf dem Klimagipfel in Kopenhagen ein radikales Umdenken

  • Von Harald Neuber
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Hugo Chávez und Evo Morales, die Staatschefs von Venezuela und Bolivien, haben auf dem Klimagipfel in Kopenhagen harsche Kritik am kapitalistischen Modell geübt: Vor allem der Kapitalismus und die Ressourcenpolitik der Industriestaaten seien für die zunehmende Zerstörung der Umwelt sowie für die gefährliche Erwärmung des globalen Klimas verantwortlich.

»Die reichen Staaten sind es, die diesen Planeten zerstören!« Venezuelas Präsident Hugo Chávez fand am Mittwoch im Plenum der Klimakonferenz in Kopenhagen klare Worte. In einem ironischen Kommentar fügte er hinzu: »Vielleicht glauben sie ja, auf eine andere Erde auswandern zu können.« Zugleich beklagte Chávez ein Missverhältnis beim Ressourcenverbrauch: Sieben Prozent der Weltbevölkerung seien für 50 Prozent der Abgase verantwortlich, während die 50 Prozent am unteren Ende der sozialen Skala nur rund sieben Prozent der Emissionen verursachten.

In seiner Rede vor den internationalen Delegationen wies Chávez auch die Kritik an dem Ressourcenverbrauch der Schwellenländer zurück. Es sei »schon etwas seltsam«, wenn den USA und China die gleiche Schuld an der Klimaerwärmung zugewiesen werde: »Die USA haben gerade einmal 300 Millionen Einwohner, in China leben fünf Mal mehr Menschen«, so Chávez, der anfügte: »Die USA verbrauchen pro Tag rund 2...


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