Das Erinnerungsjahr 2009

Einschwärzende Sichtweisen – Verschwiegene Spitzeleien – Verweigerte Befehle

  • Von Friedrich Schorlemmer
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

I

Das mit viel Aufwand fast überall begangene Erinnerungsjahr 2009 hat eine insgesamt gespaltene deutsche Gesellschaft zurückgelassen. Ihr Deutungskampf hat sich nicht entspannt, sondern noch weiter verschärft. Diametral gehen die Meinungen darüber auseinander, was letztlich diesen politischen Umbruch bewirkt hat, ja was dies nun eigentlich gewesen sei: nur ein Zusammenrutschen, eine Wende, eine friedliche Revolution, eine nationale Einheitsbewegung oder Folge eines wirtschaftlichen Desasters. Geradezu zu einem emotional aufgeladenem Glaubenskrieg hat sich die Frage ausgewachsen, ob die DDR mit dem Wort Unrechts-Staat zu kennzeichnen ist.

Und zugleich kann man erfreut feststellen, wie Differenzierung durch genaue Recherche erreicht werden kann. Man denke an die Chronik des Mauerfalls von Hans Hermann Hertle wie andere Veröffentlichungen, die vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam unter Prof. Martin Sabrow ausgegangen sind...


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