Bischöfe sehen keinen Handlungsbedarf

»Wir sind Kirche«: Gefährliche Mischung aus strenger Sexualmoral und autoritärem System

Trotz immer weiterer Enthüllungen über das Ausmaß von sexuellem Missbrauch an deutschen Jesuitenschulen verhält sich die katholische Kirche abwartend und sieht derzeit keinen Handlungsbedarf.

Berlin/Bonn (epd/dpa/ND). Ob das Thema bei der nächsten Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz angesprochen werde, könne er nicht sagen, erklärte deren Sprecher Matthias Kopp am Dienstag dem epd in Bonn. Die katholischen Bischöfe kommen in drei Wochen in Freiburg zu ihrer Frühjahrstagung zusammen. Die ökumenische Basisinitiative »Wir sind Kirche« rief unterdessen die katholische Kirche zu einer Neuausrichtung ihrer Sexuallehre auf.

Kopp verwies ausdrücklich auf die 2002 von der Bischofskonferenz erlassenen Regelungen zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs, die unter anderem die Einrichtung von speziellen Beauftragten vorsehen. »Diese Richtlinien sind unmissverständlich und nach wie vor Grundlage unseres Handelns.« Inwieweit sie von den einzelnen Bistümern und Ordensgemeinschaften tatsächlich umgesetzt werden, könne die Bischofskonferenz nicht beurteilen, fügte Kopp hinzu.

Laut Angaben der Deutschen Ordensobernkonferenz hä...


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