Staatlich verweigerte Menschenwürde

Italien: Untersuchungsbericht kritisiert katastrophale Zustände in Lagern für Migranten

  • Von Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die internationale Organisation »Ärzte ohne Grenzen« hat einen Bericht über die Lage in den italienischen Auffang- und Abschiebelagern für Migranten veröffentlicht. Die Ergebnisse sind verheerend: Oft werden auch die minimalen Standards der Menschenwürde nicht respektiert.

»Selbst wenn man ein Tierheim eröffnen will, muss man eine Genehmigung von Seiten der Gesundheitsbehörde vorlegen. In den italienischen Strukturen, in denen Migranten aufgenommen und identifiziert werden, wo man beschließt, ob sie ein Recht auf Asyl haben oder eventuell ausgewiesen werden müssen, ist das nicht der Fall.« Die Vertreter der Organisation »Ärzte ohne Grenzen« sind entsetzt. Und für ihr vernichtendes Urteil geben sie natürlich auch Beispiele.

So berichteten die Abgesandten der Organisation, dass die »Gäste« in Rom zwei Wochen lang weder fließendes Wasser noch Toilettenpapier und auch keine Decken hatten. In Foggia sind jeweils bis zu zwölf Personen in halb verrosteten Blechkontainern von 25 Quadratmetern untergebracht; es gibt keine Mensa und die Menschen müssen entweder auf den Betten oder auf dem Boden essen. Die medizinische Versorgung beschränkt sich auf ein Minimum und oft werden nur Medikamente zur Symptombekämpfu...


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