Das Etikett Ehrenmord

Der Todestag von Hatun Sürücü jährt sich am Sonntag zum fünften Mal

  • Von Nissrine Messaoudi
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Der Mord an Hatun Sürücü ist fünf Jahre her, vergessen ist er nicht. Mit einer Kranzniederlegung soll am Sonntag am Tatort in Tempelhof an das Opfer eines sogenannten Ehrenmordes gedacht werden. Die Deutsche kurdischen Ursprungs wurde am 7. Februar 2005 von ihrem jüngeren Bruder in der Nähe einer Bushaltestelle in Tempelhof mit mehreren Schüssen in den Kopf getötet. Begründet hat der damals 18-Jährige die Tat damit, dass die Schwester mit ihrem »freizügigen Lebensstil« die Ehre der Familie beschmutzt hätte.

Hatun Sürücü war 1998 vom Gymnasium genommen und in der Türkei zwangsverheiratet worden. Nach der Geburt ihres Sohnes in Berlin weigerte sich die junge Frau, in die Türkei zurückzukehren. Sie zog aus, begann eine Lehre und hatte kaum Kontakt zu ihrer Familie. Das Gericht entschied auf Mord aus niederen Beweggründen und verurteilte den Täter zu einer Jugendstrafe von neun Jahren Haft. Seine zwei älteren Brüder, die mitangeklagt wurde...


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