Letzte Frist für den Strompalast

Im badischen Rheinfelden steht das älteste Flusskraftwerk Europas. Doch im Herbst könnte der Abriss beginnen

  • Patrick Kunkel
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das Wasserkraftwerk in Rheinfelden ist weltweit eines der ältesten seiner Art. Jetzt soll es abgerissen werden – trotz des Widerstands aus der Region. Der Fall zeigt, wie Denkmal- und Naturschutz in Konflikt geraten können.

Wie ein klassizistischer Palast: Das Kraftwerk Rheinfelden arbeitet seit 112 Jahren und gilt international als bedeutendes Kulturdenkmal.

Noch laufen sie. Die beiden Francis-Turbinen aus dem Jahre 1898 im Maschinenhaus des Flusskraftwerks Rheinfelden produzieren jetzt seit 112 Jahren Strom aus Wasserkraft. Vermutlich nicht mehr lange. Irgendwann im Herbst werden wohl die Bagger anrollen und das älteste Flusskraftwerk Europas dem Erdboden gleich machen. »Diese Vorstellung ist unerträglich«, sagt Eberhard Niethammer (CDU), Oberbürgermeister des badischen Rheinfelden auf der deutschen Seite des Rheins: »Es muss jedem bewusst sein, dass hier ein potenzielles Weltkulturerbe abgerissen werden soll.«

Unerträglich, aber eigentlich schon lange beschlossene Sache. Wenn in diesem Jahr das neue Wasserkraftwerk der Energiedienste AG 130 Meter weiter flussaufwärts in Betrieb gehen wird, soll das alte wenig später abgerissen werden. Die Abbrucharbeiten sind bereits ausgeschrieben worden. Auch der dazu gehörende Eisensteg zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Rheinfelden wird d...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.