Mittäter beim Anschlag auf Haus der Demokratie

Landeskriminalamt verdächtigt fünf mutmaßliche Komplizen des geständigen Brandstifters von Zossen

Zossen (dpa). Bei dem Brandanschlag auf das Haus der Demokratie in Zossen (Teltow-Fläming) gibt es neben dem geständigen 16-jährigen Brandstifter vermutlich Komplizen. Gegenwärtig werde gegen insgesamt sechs verdächtige Teilnehmer beziehungsweise Mittäter im Alter von 13 bis 23 Jahren ermittelt, erklärte das Landeskriminalamt (LKA) am Montag. Sie seien teilweise der rechten Szene zuzurechnen. Vor diesem Hintergrund hätten rund 25 Beamte drei Objekte in Brandenburg und Berlin durchsucht und mutmaßliches Beweismaterial, etwa Datenträger, sichergestellt.

Nach dem Anschlag vom 22. Januar waren Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst von einem Einzeltäter ausgegangen. Das Haus der Demokratie, in dem sich auch eine Ausstellung zu jüdischem Leben befand, war erst im Herbst 2009 von einer Bürgerinitiative eröffnet worden. Sie setzt sich gegen Rechtsextremismus ein. Der Sachschaden wird auf etwa 200 000 Euro geschätzt. Zossen gilt aus Sicht des brandenburgischen Innenministeriums schon seit längerem als Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten.

Wegen weiterer Straftaten »im regionalen Umfeld« hat das LKA seine Ermittlungen inzwischen erheblich ausgeweitet. Beispielsweise sei am vergangenen Donnerstagabend ein Auto angezündet worden, das dem Vater des mutmaßlichen 16-jährigen Brandstifters gehöre. Darüber hinaus sei es am vergangenen Wochenende in Zossen und Königs Wusterhausen zu zahlreichen Hakenkreuzschmierereien gekommen. Allein in Zossen wurden 27 Hakenkreuze entdeckt, unter anderem an der Wand eines Geschäftes, dessen Inhaber Mitglied der Bürgerinitiative »Zossen zeigt Gesicht« ist. Er sei auch namentlich bedroht worden. In Königs Wusterhausen fanden sich Hakenkreuze auf Stolpersteinen, die an frühere jüdische Mitbürger erinnern.

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