Rennpappe mit Mäusekino

Vor gut 20 Jahren rollte in Sachsen der letzte Trabi vom Band Heute ist er Liebhaberobjekt, gammelnde Altlast oder Ostalgie-Kult

  • Von Sarah Liebigt
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Neues Modell neben alter Pappe: Prototyp des Elektro-Autos »Trabant NT« der Indikar GmbH

»Mein« erster Trabi war mintgrün, staubig mintgrün, und der Bezug seiner Sitzpolster war abgenutzt, ocker und beige gestreift. Als Kind bin ich auf den endlos langen Reisen von Berlin an die Ostsee oft auf der Rückbank eingeschlafen. Dieser Trabi war das erste Auto meiner Eltern. Aus dritter Hand übernommen von Bekannten war der Trabant Typ 601 in jenem Oktober 1988 bereits elf Jahre alt.

Mein nächster Trabi war himmelblau. Zum Selberfalten. Zu diesem Zeitpunkt war sein fahrtüchtiges Pendant schon ferne Erinnerung geworden, nebensächlicher Inhalt der Sommerurlaubsbilder und belustigt erzählter Geschichten im elterlichen Freundeskreis. Solange ich zur Schule ging, wollte ich einen Trabi haben, einen grünen mit bunten Blumen, um damit künftig als Berliner Studentin zwischen Hörsaal und Badesee hin und her zu fahren.

Produziert wurde der Trabi bis 1991 im VEB Sachsenring in Zwickau, respektive in der 1990 neu gegründeten Sachsenring Autom...


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