Nachbarschaft historisch belastet

Litauens Unabhängigkeitserklärung im März 1990 symbolisierte den Anfang vom Ende der UdSSR

  • Von Krzysztof Pilawski und Holger Politt
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Am 11. März feierte Litauen den 20. Jahrestag seiner neuen Unabhängigkeit. Hohe politische Prominenz aus Finnland, Estland, Lettland, Slowenien und Polen war gekommen. Die Nachbarn Russland und Belarus folgten der Einladung nicht. Aber auch hochrangige Politiker aus den »alten« EU-Staaten fehlten in Vilnius.

Mit Trommeln und Flaggen: Unabhängigkeitsfeiern am 11. März 2010 in Vilnius. Foto: dpa/Kalnina

Fast scheint es, als habe man den Jahrestag der litauischen Unabhängigkeit außerhalb der engeren Nachbarschaft nicht gar zu sehr herausstreichen wollen. Aus Brüssel kamen Glückwunschschreiben, mehr nicht, obwohl Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite auf dem Brüsseler Parkett nicht unbekannt ist, war sie doch fünf Jahre lang EU-Kommissarin. Im europäischen Westen scheinen andere Interessen zu überwiegen, geschichtliche Sentimentalitäten schlagen da nicht an.

Politik mit Geschichte

Anders beim polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, der immer ein offenes Ohr hat, wenn Geschichte in laufende Politik hereinspielt. Im Juni wird er gemeinsam mit seiner litauischen Kollegin des 600. Jahrestags der Schlacht bei Grunwald gedenken. 1410 brachte eine vereinte polnisch-litauische Streitmacht dem Kreuzritterheer eine empfindliche Niederlage bei. Bereits seit 1386 waren Litauen und Polen verbunden: Der litauische Großfürst Jogaila hatte sich taufen...


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