Die Narben an den Bäumen

Das Todesmarschmuseum im Belower Wald wird mit einer Freiluft-Ausstellung wiedereröffnet

  • Von Elvira Grossert
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Im Belower Wald bei Wittstock (Brandenburg) wird am Freitag eine einzigartige Freiluft-Ausstellung eröffnet. Ihr Titel: »Der Todesmarsch der Häftlinge des KZ Sachsenhausen im April 1945«. Auch Überlebende des Marsches werden zur Eröffnung erwartet.

»Sie lösten Rinde von den Bäumen, rieben diese, vermischten sie mit Regenwasser aus Pfützen und kochten daraus einen Brei«, erzählt Carmen Lange, die Leiterin des Todesmarschmuseums, und zeigt auf eine kahle Stelle am Baumstamm. Vor 65 Jahren lagerten hier im Wald bei Wittstock unter SS-Bewachung mehr als 16 000 KZ-Häftlinge. Sie kamen aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen. Am Morgen des 21. April 1945 hatte die SS begonnen, das KZ zu räumen und 33 000 Häftlinge in 500er Kolonnen ohne Verpflegung nach Nordosten zu treiben.

1965 erster Gedenkstein

Im Belower Forst wurde ein Teil der Häftlinge in einem provisorischen Lager gesammelt. Sie mussten hier mehrere Tage und Nächte ohne Nahrung und Schutz bei nasskaltem Wetter verbringen. Erst am 29. April wurde dieses Lager wieder aufgelöst und die Häftlinge wurden in Richtung Schwerin weitergetrieben. Zurück blieben die, die nicht mehr aufstehen konnten.

Im Jahr 1965 wurde ein erster Geden...


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