Neuer isländischer Finanzkrimi

Untersuchungsbericht erhebt schwere Vorwürfe gegen die frühere Elite

  • André Anwar, Stockholm
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Große Aufregung in Island: Am Montag hat eine vom Parlament eingesetzte, unabhängige Kommission ihren lange erwarteten Untersuchungsbericht über die Verantwortlichkeiten beim finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenbruch im Herbst 2008 vorgestellt. Am Pranger steht die frühere konservative Machtelite.

Viele Isländer machten bislang vor allem die britische Regierung für den Finanzkollaps ihres Landes verantwortlich, denn London ließ 2008 die Gelder der isländischen Großbank Kaupthing über ein Antiterrorgesetz kurzfristig einfrieren. Ein neuer Untersuchungsbericht legt nun aber nahe, dass die alte isländische Machtclique selbst wesentlich dazu beitrug, aus dem einst reichen Land ein armes zu machen. Die Schlüsselfiguren um die konservative Unabhängigkeitspartei, die das Land seit 1945 prägte, trügen die Verantwortung, legte die Ermittlergruppe auf einer Pressekonferenz in Reykjavik dar. Vor allem Zentralbankchef David Oddsson, heute Chefredakteur einer großen Zeitung, wird benannt. Des Weiteren werden dem ehemaligen Regierungschef Geir Haarde, Finanzminister Arni Mathiesen und dem Chef der Finanzaufsichtsbehörde teils grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen.

Die Topmanager der drei großen Banken waren internat...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.