Kein weiter Weg zum Strand

Betreiber der Beachbars hoffen auf einen warmen Sommer und wollen Planungssicherheit

Das Meer ist von Berlin etwa zweieinhalb Autostunden entfernt. Zum Strand kann es in der Hauptstadt aber auch bedeutend schneller gehen. Denn in den nächsten Tagen werden hier bei voraussichtlich wärmeren Temperaturen sämtliche der inzwischen über dreißig Strandbars wieder ihre Tore öffnen.

Nicht alle dieser Klubs und Lokale befinden sich am Wasser. Beispielsweise das Deck 5, das auf den Dächern der Schönhauser Allee Arcaden im Stadtteil Prenzlauer Berg neben viel aufgehäuftem Sand und kühlen Getränken einen weiten Blick über die Stadt bietet. Andere Bars, teilweise direkt an der Spree gelegen, versuchen häufig mit weißem Sand, Palmen und Strandkörben zumindest einen Hauch von mediterranem Flair in die Hauptstadt zu bringen.

Neben Beachklubs wie dem Bundespressestrand, der mit »Politik- und Medienprominenz« wirbt, oder dem BEACH at THE BOX in der Nähe des Tiergartens, der Animateure für Kinder ankündigt, gibt es immerhin auch noch eine Handvoll alternativer Projekte unter den Strandbars. Eines davon ist Yaam (»Young African Art Market«), am Ostbahnhof in Friedrichshain ansässig. Yaam setzt mit Hip-Hop und Reggae-Musik sowie mit Fußball und Skateboarden vor allem auf ein junges und multikulturelles Publikum. Der Klub hat den Anspruch, auch Jugendliche aus Problemvierteln mit Kunst- und Sportprojekten zu erreichen.

Wie lange noch, ist fraglich. Denn auch wenn diese Saison mit warmem Wetter und vielen Touristen für die Strandlokale zum Erfolg wird – die Zukunft für zahlreiche Stadtstrände und Klubs am Spreeraum sieht aus der Sicht der Clubcommission, Verband der Berliner Klub- und Partyveranstalter, eher düster aus. Der Grund: Das Projekt Mediaspree, an dessen Planungen Stadt und Investoren beteiligt sind, sieht schon seit Jahren eine Ansiedlung von Medien- und Dienstleistungsunternehmen im Spreebereich zwischen Jannowitzbrücke und Elsenbrücke vor. Für Strandbars wie die Bar 25 in der Holzmarktstraße in Friedrichshain bleibt dann kein Platz mehr. »Nach dieser Saison sind dann wohl auch für die Bar 25 die Tage gezählt«, befürchtet Lutz Leichsenring, Pressesprecher der Clubcommission.

Langfristig planen können viele Projekte schon lange nicht mehr. Denn sie erhalten in den meisten Fällen nur einen Saisonvertrag für die genutzten Flächen. Für viele langfristig angelegte Projekte bedeutet dies auch immense wirtschaftliche Probleme. Dagegen würden mehrjährige Perspektiven neben einer größeren Sicherheit auch wesentlich höhere Abschlüsse mit künftigen Sponsoren ermöglichen, heißt es in einer Pressemitteilung des Yaam.

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