Das harte Los der Orangenpflücker

Italiens Gewerkschaften wollen am 1. Mai auf die Ausbeutung illegaler Landarbeiter hinweisen

  • Anna Maldini, Rom
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In der süditalienischen Kleinstadt Rosarno sind 31 Personen verhaftet worden, die schwarze Landarbeiter wie Sklaven ausgebeutet haben sollen. Die Gewerkschaften wollen dort ihre zentrale 1. Mai-Kundgebung abhalten.

Bei Tagesanbruch wurden die etwa 600 Landarbeiter aufs Feld gebracht. Hier pflückten sie zehn bis zwölf Stunden lang Orangen und Mandarinen. Dann ging es zurück in die Behausungen: stillgelegte Fabrikhallen, halb verfallene Bauernhöfe, meist ohne hygienische Einrichtungen, manchmal sogar ohne fließendes Wasser. Der Tageslohn betrug etwa 25 Euro: ein Euro je Kiste Mandarinen, 50 Cent je Kiste Orangen. Den Lohn bekamen die Arbeiter – die meisten aus Subsahara-Afrika und einige ohne Papiere, was sie besonders erpressbar machte – von ihrem »Arbeitsvermittler« ausgehändigt, der dann gleich noch 3 Euro pro Tag für den »Transport« abzog. Den Besitzer der Obstplantage bekamen die modernen Sklaven meist gar nicht zu Gesicht. Der gab dem Arbeitsvermittler etwa 35 Euro täglich für jeden Arbeiter; die Differenz steckten die »Caporali«, wie die illegalen Arbeitsvermittler genannt werden, selbst ein. Diese sind Italiener, aber auch Marok...


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