»Die Europäische Union setzt auf Marktöffnung um jeden Preis«

Globalisierungskritiker Tom Kucharz über offizielle Absichten und alternative Aktionen

Heute steht in Madrid der sechste Gipfel der Staats- und Regierungschefs aus der Europäischen Union und Lateinamerika inklusive der Karibik an, umrankt von Minigipfeln der EU mit spezifischen lateinamerikanischen und karibischen Regionalgruppen. Das große Ziel der EU: bilaterale Freihandelsabkommen. Mit Tom Kucharz, Mitorganisator des gleichzeitig stattfindenden vierten Gegengipfels »Enlazando Alternativas« (Alternativen verbinden), sprach Martin Ling für ND.

ND: Die USA, Kanada und auch die Staaten der Freihandelsassoziation EFTA (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) haben ihre Freihandelsverhandlungen mit Kolumbien derzeit auf Eis gelegt, weil sie die Menschenrechtssituation dort für untragbar halten. Die Europäische Union treibt hingegen ihre Freihandelsverhandlungen mit Kolumbien unverdrossen voran, zudem mit Peru, dessen Regierung mit der gewaltsamen Niederschlagung von indigenen Protesten 2009 Negativschlagzeilen machte. Zählen die Menschenrechte für die EU überhaupt nicht, wenn es um die Öffnung der Märkte geht?
Kucharz: Diese Frage müsste zwar zuerst direkt an die Regierungschefs der Europäischen Union und an die Europäische Kommission gerichtet werden. Aber die Antwort ist: Nein, Menschenrechte spielen für die EU keine Rolle. Ganz im Gegenteil ist der Wirtschaftsblock maßgeblich mitverantwortlich für schwerwiegende und systematische Verbrechen gegen die Menschheit. Die Priorit...


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