Logistik des Rassenwahns

Eine Sonderausstellung im Nürnberger Dokumentationszentrum zeigt die Willfährigkeit, mit der sich die Reichsbahn am Holocaust beteiligte

  • Von Klaus Tscharnke, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Anhand von Bildern, Dokumenten und Augenzeugenberichten schildert die Ausstellung »Das Gleis. Logistik des Rassenwahns« den Transport von Juden in die Vernichtungslager.

Nürnberg. Sie waren als »Sonderzüge« getarnt, die Transporte selbst als »Ost-Umsiedlung« verharmlost: Millionen von Juden hat die Reichsbahn während der Nazi-Zeit in überfüllten Güterzügen in die Vernichtungslager im besetzten Osteuropa. Mit der »Logistik des Rassenwahns« setzt sich nun eine gleichnamige Sonderausstellung im Dokumentationszentrum auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände auseinander. Die über weite Strecken bedrückende Schau schildert dabei detailliert die Willfährigkeit, mit der die Reichsbahn und ihre Mitarbeiter der Hitler-Diktatur zu Diensten waren – und dabei wie ein Uhrwerk funktioniert hatten.

Mit neuen historischen Erkenntnissen über die Rolle der Bahn wartet die Ausstellung zwar nicht auf, wie Museumsleiter Christian Täubrich zugibt. Was die Ausstellung sehenswert macht, ist nach Einschätzung der ersten Besucher ihre Inszenierung im kruden Backsteinmauerwerk der früheren Nazi-Kongresshalle.

In den fenst...


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