Lieber gemeinsam statt einsam

In Charlottenburg entsteht ein Mehrgenerationen-Wohnhaus für Homosexuelle und Heteros

  • Andreas Heinz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Vor dem künftigen WG-Haus: Doris Mehlberg und Marcel de Groot
Vor dem künftigen WG-Haus: Doris Mehlberg und Marcel de Groot

Aus den Erdgeschossfenstern schaut der 82-jährige Gottfried – noch von Plakaten. »Ich bin alt! Ich bin schwul! Muss ich deshalb einsam sein?« ist neben seinem Foto zu lesen. Im nächsten Jahr will Gottfried persönlich aus einem der Fenster in der Charlottenburger Niebuhrsraße schauen. Jetzt wirbt der Rentner für den »Lebensort Vielfalt«, der hier entsteht. Die Schwulenberatung Berlin richtet in dem Gebäude ein Mehrgenerationen-Wohnhaus vor allem für ältere homosexuelle Männer ein. Dazu eine Wohngemeinschaft mit acht Plätzen für demenzkranke Schwule. »Solch eine Einrichtung ist in Europa einzigartig«, ist Geschäftsführer Marcel de Groot überzeugt.

Viele, die hier einziehen, vereint neben Beschimpfungen und Diskriminierung noch die Erinnerung an die strafrechtliche Verfolgung in der alten Bundesrepublik bis ins Jahr 1994 nach dem Paragrafen 175. In Berlin leben Schätzungen zufolge zwischen 10 000 und 20 000 ältere schwule Männer, di...


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