Beschränken oder abschaffen?

Zukunft der Leiharbeit breit debattiert / Ausweitung in Deutschland »beispiellos«

  • Von Jörg Meyer, Berlin
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Bei einem Hearing der Linksfraktion anlässlich des Diskussionsentwurfes für eine Lex Leiharbeit des Bundesarbeitsministeriums debattierten am Dienstag in Berlin Betriebsräte, GewerkschafterInnen und WissenschaftlerInnen.

Leiharbeiter sind doppelt und dreifach unter Druck. Sie sind die ersten, die in einer Auftragsflaute entlassen werden. Sie verdienen weniger als die Festangestellten und werden von denen dazu noch scheel angeguckt, weil die Stammbelegschaften um ihre Arbeitsplätze fürchten. Dass Unternehmen Leiharbeit zu Tarifflucht, Spaltung der Belegschaften und Lohndumping nutzen, ist ein Allgemeinplatz.

»Leiharbeitskräfte in Deutschland sind im europäischen Vergleich am stärksten benachteiligt«, sagte Claudia Weinkopf, Leiterin der Forschungsabteilung »Flexibilität und Sicherheit« (Flex) am Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni Duisburg. Es gebe zwar jeweils unterschiedliche Regelungen, beispielsweise, ob es einen gesetzlichen Mindestlohn gibt oder wie die Zeit, in der die Beschäftigten nicht entliehen sind, geregelt ist. Der Anstieg des Niedriglohnsektors in Deutschland sei jedoch »beispiellos«, so Weinkopf.

Seit der Änderung des Arbei...


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