Lob des Borkenkäfers

Im Nationalpark Bayerischer Wald tragen die gefräßigen Insekten zum Artenschutz bei

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Grafenau (dpa/ND). Borkenkäfer haben allgemein einen schlechten Ruf als Schädlinge und Zerstörer der Wälder. Eine neue Studie aus dem Nationalpark Bayerischer Wald könnte dies nun ändern. Dort haben zwei Forscher herausgefunden, dass die gefräßigen Käfer einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten. So sei die »Zitronengelbe Tramete«, ein weltweit sehr seltener Pilz, aufgrund der Vorarbeit der Borkenkäfer heute in den Naturzonen des Nationalparks so häufig wie nirgends in Europa, teilte die Nationalparkverwaltung am Mittwoch mit.

Grund für die Vermehrung des seltenen Pilzes sind die vielen von den fünf Millimeter großen Borkenkäfern vernichteten Bäume. An dem Totholz wächst ein spezieller Baumschwamm besonders gut, der Pilz benötigt wiederum die Fruchtkörper des Schwamms zur Vermehrung. Auch bei anderen Käferarten ist das Totholz beliebt. In den abgestorbenen Waldgebieten wurden 450 verschiedene Käfer nachgewiesen, darunter auch gefährdete Arten von der Roten Liste.

In Deutschlands ältestem Nationalpark gibt es seit langem Streit darüber, ob die Borkenkäferinvasion dort nicht systematisch bekämpft werden soll. Nach dem Prinzip »Natur Natur sein lassen« darf in Nationalparks der Mensch eigentlich nicht ins Ökosystem eingreifen. Die Parkleitung im niederbayerischen Grafenau sieht sich nun in ihrer zurückhaltenden Strategie bestätigt. Der Park sei ein wichtiger Baustein in der deutschlandweiten Strategie zur Bewahrung der biologischen, betonte Sprecher Rainer Pöhlmann.

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