Projekt »Öffnung« enttäuschte Kurden

Neues Verfahren gegen Osman Baydemir

  • Von Jan Keetman, Istanbul
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Bei einem Kulturfestival in Diyarbakir, der heimlichen Hauptstadt der Kurden in der Türkei, hat Bürgermeister Osman Baydemir Autonomie für Kurdistan und andere Regionen des Landes gefordert. Die kurdische Flagge solle neben der türkischen wehen.

Osman Baydemir Foto AFP/Ozer

»Was wäre, wenn vor dem Bürgermeisteramt neben der Fahne mit dem Halbmond unsere gelb-rot-grüne Fahne hinge?«, fragte Osman Baydemir unschuldig. Natürlich weiß der 38-jährige Anwalt, der erst vor einem Jahr mit großer Mehrheit im Bürgermeisteramt bestätigt wurde, dass er sich mit solchen Forderungen in der Türkei um Kopf und Kragen reden kann. Doch Baydemir lässt das ungerührt. In seiner Zeit als Bürgermeister und zuvor als Vorsitzender des Menschenrechtsvereins wurden gegen ihn schon mehr als 200 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Eine demokratische und wohlhabende Türkei stünde nach Ansicht Baydemirs mit autonomen Regionen wie »östliches Schwarzes Meer«, »mittleres Schwarzes Meer« oder »autonomes Kurdistan« doch gut da. ...


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