Der Krieg, die Liebe, ein Traum

Eröffnung der RuhrTriennale mit dem orientalischen Epos »Leila und Madschnun«

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Lebendige Fackel

Ein fantastischer Gedanke: Die Soldaten im Krieg haben jeweils die schönste Liebesgeschichte im Sturmgepäck. Jeder die am meisten zu Herzen gehende seines Kulturkreises. Alle enden sie tragisch, denn die Liebenden finden im Leben nicht zusammen. Ob es die Königskinder sind, die zusammen nicht kamen, ob es die Patrizierkinder Romeo und Julia sind, ob die der Nacht und dem Tod geweihten Tristan und Isolde. Oder eben Leila und Madschnun. Und alle Soldaten haben, selbst im Angesicht des Todes, vor allem diese Geschichten im Kopf und wünschen nichts sehnlicher, als dass die beiden Liebenden doch zusammenkämen. Mit allen Mittel des Wollens, bis zur Selbstaufgabe. Was für ein radikaler und unkriegerischer Gedanke!

So ungefähr könnte die Botschaft der theatralischen Erzählung »Leila und Madschnun« lauten, mit deren Uraufführung Regisseur Willy Decker den zweiten Jahrgang seiner RuhrTriennale-Intendanz in der Bochumer Jahrhunderthalle eröffnet ...


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