»Wir sind nicht die Palmöl-Polizei«

Der von der EU geforderte Nachhaltigkeitsnachweis hat beim Großproduzenten Malaysia seine Tücken

  • Von Antje Stiebitz, Kuala Lumpur
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Berichte über Landraub, Menschenrechtsverletzungen und ökologische Zerstörung haben Palmöl in Europa in Verruf gebracht. Für Malaysia ist das Geschäft mit dem »Goldenen Öl« ein boomender Wirtschaftszweig, der dem Land Reichtum verspricht. Die Kritik von Nichtregierungsorganisationen ist der mächtigen Palmölindustrie ein Dorn im Auge. Doch Themen wie soziale Verantwortung und Umweltfreundlichkeit spielen für die Vermarktung eine zunehmend wichtige Rolle.

Ölplantagen auf Jendarata-Estate

Geübt schlägt Karunakaran Gopal mit seiner langstieligen Sense zu. Das 20 Kilo schwere Fruchtbündel purzelt zu Boden, rollt ein Stück und bleibt schließlich liegen. Aus dem orange-roten Fruchtfleisch werden später vier Kilo Palmöl gepresst. 200 bis 300 Stauden schneidet der indischstämmige 65-Jährige täglich von den Ölpalmen. Dafür bekommt der Plantagenarbeiter monatlich 800 bis 900 Ringgit, rund 200 Euro. Ein normales malaysisches Monatseinkommen liegt zwischen 800 und 2000 Ringgit. Gopals Gehalt liegt zwar am unteren Ende der Skala, doch er profitiert von zahlreichen Vergünstigungen, die der Konzern United Plantations (UP) Berhad seinen Angestellten zukommen lässt. »Wohnen, Wasser, Elektrizität, der Besuch einer Kinderkrippe und die Schulbildung bis zur sechsten Klasse sind unentgeltlich. Das gleiche gilt für die medizinische Versorgung und das Altenheim«, erklärt der Vizepräsident des Unternehmens, Carl Bek-Nielsen, sichtlich stolz....


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