Tarzan, Pudding

Endler wäre 80

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Er war ein Mann des umgekehrten Weges, er ging von West nach Ost, 1955 aus der Bundesrepublik in die DDR. Die exotische Lust, zu einer Menge Leute quer zu stehen, die just in die andere Richtung strebten. Die Freude am Widerpart, gespeist von einem diffusen Kommunismustraum, vor allem aber von einer klaren Verachtung dieser altnazistischen, »ungemütlichen« Bundesrepublik. Und der Osten lockte immerhin mit Verlagsauftrag und Literaturstudium in Leipzig. Später würde man ja wieder »rübergehen« können. Der Träumer und sein Irrtum, der Streuner und sein Verhängnis.

Adolf Endler (Foto: dpa), 1930 in Düsseldorfs Industrieteil geboren, musste in der DDR bleiben, und er wollte es letztlich auch: Der Transportarbeiter und Kranfahrer betrieb keine Laufbahn als dissidentische Person, er betrieb stur und sauffreudig eine maulwürfig sich durch den Betongeist bohrende Literatur; er reiste nich...


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