Bring mich zu neuem Leben!

Hingeschwemmt an die Ufer der Seine: Paul Nizon und sein Roman »Das Jahr der Liebe«

  • Von Peter Henning
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ein Schriftsteller, dem per Erbschaft eine kleine (Tanten)-Woh- nung zufällt, allein in Paris. Ende der siebziger Jahre, aus seiner Schweizer Heimat, aus Zürich, in einer Nacht- und Nebelaktion ins Französische herüber geflohen: Halsüberkopf. Ein Sturz ins Ungewisse, in eine fremde Umgebung, die er sich in immer neuen Anläufen schreibend aneignen, er-schreiben muss. Und so lautet sein Schlachtruf, den er der Stadt anfangs wiederholt grimmig entgegenschmettert: Nimm mich an, bring mich hervor! Bis ihm Paris am Ende zu einer Art Geliebten, zur Nährmutter und Lebensretterin in Personalunion wird, die ihm den Neubeginn mit allen Konsequenzen möglich werden lässt. Auch wenn anfangs vor allem Einsamkeit, ja temporäre Isolation der Preis dafür ist, die er mit regelmäßigen Gängen in die seinerzeit sogenannten »Maison de Rendez-vous« kompensiert, in denen er für ein paar Stunden in den Armen wechselnder Frauen das findet, was ihm die Metropole ...


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