Versenkte Menschenrechte

  • Von Karl Kopp
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Karl Kopp ist Europareferent von Pro Asyl und Vorstandsmitglied des Europäischen Flüchtlingsrates ECRE.

In den letzten fünf Jahren sind tausende Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa gestorben und über 10 000 zwangsweise in Drittstaaten wie Libyen, Marokko, Mauretanien, Türkei zurück verfrachtet worden. Europa versucht, bereits weit vor den eigenen Grenzen Flüchtlinge und Migranten abzufangen und zurückzudrängen. Damit verschwinden die Orte der Menschenrechtsverletzungen und des Sterbens aus unserem Blickfeld. Gelangten im Jahr 2008 etwa 70 000 Bootsflüchtlinge lebend an die europäischen Küsten, wurden 2009 nur noch knapp 45 000 Ankünfte verzeichnet. In den Sommermonaten 2010 war die Zahl der ankommenden Boote so gering, dass selbst die alljährliche Berichterstattung über Flüchtlingsdramen im Mittelmeer und Atlantik weitgehend ausfiel.

Die italienische Küstenwache hat allein seit Mai 2009 über 2000 Bootsflüchtlinge in die »libysche Hölle«, wie eine eritreische Flüchtlingsfrau die Haftlager von Gaddafis Regime bezeichnete, zurückverwie...


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