Washingtoner Schelte für Wien

Österreich schickte aus USA-Sicht zu wenige Soldaten in den Krieg

  • Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Ökonomisch eigensinnig und kriegsverweigernd sei das kleine Österreich, ärgern sich USA-Diplomaten in geheimen Depeschen und kabeln seit 2005 Beispiele dafür nach Washington. Doch die betroffenen Minister und Bankmanager widersprechen. Sie seien voll auf USA-Kurs.

Über 1700 vertrauliche Dokumente aus der Washingtoner Botschaft in Wien sind über Wikileaks veröffentlicht worden. Sie ergeben ein erschreckendes Bild über die Beziehungen der USA zu einem kleinen europäischen Land, das formal an der Neutralität festhält. Im Zentrum der US-amerikanischen Überheblichkeit, deren imperialer Charakter in jedem Satz deutlich wird, steht die Kritik am »Nein« Österreichs zur Teilnahme am Krieg gegen Afghanistan. Verteidigungsminister Norbert Darabos, heißt es da, sei »uninteressiert an internationaler Sicherheitspolitik« sowie »offen ablehnend gegenüber Plänen, österreichische Truppen auf gefährliche Einsätze ins Ausland zu schicken«.

Man möge es ihm hoch anrechnen, ist der unbedarfte Beobachter geneigt zu sagen. Doch weit gefehlt: Minister Darabos (SPÖ) erklärt seither in mehreren Interviews, dass er die USA-Kritik zurückweisen müsse. Immerhin seien 1200 Soldaten im Ausland stationiert, Österreichs Engagemen...


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