Festgenommen auf der Demo? EA anrufen!

Eine Institution der linken Szene Berlins feiert runden Geburtstag

  • Von Sarah Liebigt und Jörg Meyer
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Am Abend nach der Schlacht am Fraenkelufer wurde der Berliner Ermittlungsausschuss gegründet. Heute feiert er seinen 30. Geburtstag im Kreuzberger Mehringhof.

Plakat zur Geburtstagsparty – schon lange ein Klassiker ND-

Fernes Verkehrsrauschen dringt durchs angelehnte Fenster, als das Telefon wieder klingelt. Aus dem Hörer dröhnt Lärm, eine aufgeregte Stimme berichtet von einer Festnahme, rattert Namen und eine Adresse herunter, berichtet hektisch, wie der Betroffene von mehreren Polizeibeamten abgeführt wurde. Die junge Frau, die den Anruf in einem Berliner Büro entgegen genommen hat, beruhigt den Anrufer zunächst, bittet ihn, sich eine ruhigere Ecke zu suchen. Schließlich notiert sie sich die Daten und den Zeitpunkt der Festnahme.

Während der Walpurgisnacht, und am 1. Mai, als es in manchen Jahren hunderte Festnahmen gab, oder bei einer der vielen Demonstrationen, die in Berlin stattfinden, sind solche Anrufe Routine: Der Ermittlungsausschuss (EA) betreut und berät seit 30 Jahren vorrangig Angehörige der linken Szene vor, während und nach Demonstrationen. »Auf Großevents wie der Walpurgisnacht und dem 1. Mai ist das Telefon im EA-Büro mitunter drei ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.

0
Beiträge gelesen

Hilf mit bei einer solidarischen Finanzierung und kaufe eine virtuelle Ausgabe des »nd«

0
Beiträge auf nd-aktuell gelesen

Hilf mit, die Seiten zu füllen!

Zahlungsmethode