Behörden bleiben unnachgiebig

Trotz Suizid-Versuchs in einem Hamburger Abschiebegefängnis soll Miroslav R. abgeschoben werden

  • Von Susann Witt-Stahl, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Hamburger Behörden wollen einen 22-Jährigen abschieben – trotz eines Suizidversuches am 2. Dezember. Sein Anwalt reicht Klage ein.

Wie erst vor wenigen Tagen bekannt geworden war, hatte der 22-jährige Rom Miroslav R. am 2. Dezember versucht, sich in seiner Zelle in der Hamburger JVA Billwerder zu erhängen. Der Mann ist am Leben, weil Justizvollzugsbeamte ihn noch rechtzeitig fanden. Gegenwärtig befindet er sich in einer psychiatrischen Klinik.

Die Lebensgeschichte von Miroslav R. ist von Flüchtlingselend durchwirkt: Er wurde in Jugoslawien geboren, kam im Alter von zwei Jahren nach Deutschland. Er lebte mit sechs Familienmitgliedern als »Asylbewerber mit Duldung und Abschiebehindernissen« im niedersächsischen Syke. Aus Protest gegen die verheerenden Zustände in der ihnen zugewiesenen Unterkunft und die Verweigerung einer Arbeitserlaubnis, entschloss sich der Vater zu einer Verzweiflungstat: Milos R. zündete sich im Syker Rathaus an und erlag einen Tag später seinen schweren Verbrennungen. Die Behörden ze...


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