Vorwärts Richtung Kopfpauschale

Start der Gesundheitsreform: Viele Veränderungen und Mehrkosten für Versicherte / Bundesdeutsche Gesundheitspolitik bleibt 2011 auf Privatisierungskurs

  • Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Jetzt wird die Ernte der gesundheitspolitischen Neuerungen der Regierung eingefahren – aber nicht von den gesetzlich Versicherten. Gleich einen ganzen Cocktail bitterer Pillen mutet Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) den Bürgern 2011 zu.

Neue Kosten für Kassenpatienten: Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenkasse (GKV) hat sich auf 15,5 Prozent erhöht. Arbeitnehmer zahlen davon 8,2 statt bisher 7,9 Prozent, Arbeitgeber 7,3 statt sieben Prozent. Alle weiteren Kostensteigerungen müssen die Versicherten künftig allein bewältigen. Zudem können die GKV ab Januar Zusatzbeiträge in beliebiger Höhe einfordern – unabhängig vom Einkommen der Versicherten. Der Sozialausgleich dafür greift erst ab 2012. Experten schätzen, dass der Zusatzbeitrag in 15 Jahren so hoch sein wird, dass alle Kassenmitglieder Anspruch auf den Ausgleich hätten.

Weitere Kosten entstehen, wenn Patienten ein Medikament verschrieben bekommen, für das zwischen Kassen und Herstellern kein Rabattvertrag abgeschlossen wurde. Die Preisdifferenz müssen sie dann selbst begleichen. Viele Patienten zahlen schon heute für einen Teil der Behandlungen über die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGe...


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