Provozierende Kunst im Streit mit offizieller Sittenstrenge

Asiens Insel-Metropole Singapur gibt sich betont avantgardistisch

  • Von Gabriela Greess
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

In britischen Kolonialzeiten trug sie den Spitznamen »Sünde pur« und war legendär für ihre Amüsement-Viertel. Die heute vor Sauberkeit strotzende Mega-City Singapur ist wieder auf der Genießerseite – als einzigartiger Melting Pot asiatischer Kulturen.

Die allererste Begeisterung für diese hypermoderne Metropole Asiens geht meist durch den Magen: Bei der kulinarischen Zeremonie um eine exotische Riesen-Nuss lernen wir gleich am Ankunftsabend die raffinierte Küche auf der Insel Singapur kennen. Selbstverständlich wird die legendäre Buah-Keluak-Nut aus dem nahen Indonesien hier noch vor den Augen der Gäste geknackt. Dann schwimmt sie in einem köstlich gewürzten Chicken Curry und zum Auslöffeln ihres feinherben Muses wird ein kleiner Löffel gereicht.

Im True Blue Restaurant mit seinem kolonialen Charme schauen dabei von einer Ahnengalerie etwas düster wirkende Männer und Frauen auf uns herab. Sie tragen große Fächer in ihrer Hand. Einst kamen sie aus Malaysia und China auf die tropische Insel Singapur. Ihr Erbe ist die reiche Peranakan-Kultur, die in dem boomenden Stadtstaat bis heute hoch geehrt wird.

Noch mit dem erdigen Geschmack der wunderlichen Nuss im Gaumen besteigen wir später d...


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