Schlecht beraten zur Bundeswehr

Testgespräch am Berufsinformationstag an einer Göttinger Schule

  • Von Michael Schulze von Glaßer
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Krieg in Afghanistan und der Skandal um die »Gorch Fock« machen es den Wehrdienstberatern der Bundeswehr nicht leicht, neue Rekruten zu gewinnen. Unangenehme Themen werden daher gern ausgelassen, wie ein Test in Göttingen zeigte.

Exakt 590 002 »Zielgruppenangehörige«, also Jugendliche und junge Erwachsene, hat die Bundeswehr nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bei Messen und Ausstellungen mit ihrer Werbung erreicht. Die Jugendlichen sollen beraten worden sein – oder es wurde ihnen wenigstens Informationsmaterial ausgehändigt.

Dabei ist fraglich, ob bei Wehrdienstberatungen über die Risiken des Soldatenberufs ausreichend informiert wird. Zumindest die Recherche des Autors dieser Zeilen zeigt, dass die Werber der Bundeswehr unangenehme Themen gern auslassen.

»Wir bieten Dir alles«

Es ist Samstag, der 5. Februar. Im niedersächsischen Göttingen findet ein Berufsinformationstag in einer Berufsschule statt. Auch das »Zentrum für Nachwuchsgewinnung« der Bundeswehr hat einen Stand. Massen junger Menschen drängen sich, mit Broschüren bepackt, zwischen den Messeständen. Mit großen blauen Stellwänden macht die Bundeswehr auf sich aufmerksam: »Entschieden gut. G...


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