Sachsens Winzer trotzten der Reblaus

Seit 850 Jahren wird entlang der Elbe Wein angebaut – im Jubiläumsjahr feiert sich die Branche in einen Rausch

  • Von Hendrik Lasch, Radebeul
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Auch wenn die Erträge klimabedingt stark schwanken: Seit Jahrhunderten ist Sachsen ein Weinland. Die Winzer im kleinsten und nördlichsten deutschen Anbaugebiet haben sich für 2011 viel vorgenommen.

Sie ist knorrig, aber trägt noch: die älteste Rebe Sachsens. 250 Jahre schon steht der Weinstock der Sorte »Frühe Leipziger« im Weinberg »Goldener Wagen« Radebeul. Als er gepflanzt wurde, belagerten die Preußen im Siebenjährigen Krieg Dresden: keine gute Zeit für Weinbau an der Elbe. Der Weinstock hat die Preußen ebenso überlebt wie die Reblaus, die ab 1887 einfiel. Damals, sagt Christoph Hesse, Chef des regionalen Weinbauverbandes, »war es fast vorbei mit dem Sachsen-Wein«. Auf nur 150 Hektar reiften noch Trauben.

470 Hektar Anbaufläche

Die Reblaus hat nicht gewonnen. Mit Pfropfreben konnten die Winzer sie vertreiben – und sächsischen Wein in vieler Munde halten. Jetzt wird ein Jubiläum gefeiert: Weil 1161 laut einer Urkunde ein Weinberg an die Kapelle St. Egidien übereignet wurde, wird der Weinanbau offiziell 850 Jahre alt. Tatsächlich dürften es ein paar Jahre mehr sein: Der verkaufte Weinberg stand »gut im Ertrag«, war also m...


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