Moskau warnt vor »Extremismus«

Medwedjew: Bürgerkriegen könnte Machtübernahme von Fanatikern folgen

  • Von Irina Wolkowa, Moskau
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Es war ein sehr düsteres Bild, das Russlands Präsident Dmitri Medwedjew am Dienstag bei seinem Besuch in Wladikawkas, der Hauptstadt der Republik Nordossetien, zu den Entwicklungen im Nahen Osten zeichnete. Die Unruhen in Libyen könnten zum Bürgerkrieg eskalieren und dieser zur Abspaltung einzelner Gebiete führen, wo »Fanatiker« die Macht übernehmen.

Eine solche Entwicklung könne »jahrzehntelange Brände und eine Ausbreitung des Extremismus« nach sich ziehen. Ähnliches könnte nach Meinung des Präsidenten gleich in mehreren Staaten des Nahen Ostens geschehen. Derartige Pläne, so Medwedjew weiter, seien auch gegen Russland geschmiedet worden, hätten jedoch keine Chance. Wem er solche Planspiele anlastet, ließ der Staatschef offen.

Hiesige Experten teilen Medwedjews Befürchtungen. Neben hoher Arbeitslosigkeit hätten vor allem die traditionellen Konflikte zwischen Clans und Stämmen den gegenwärtigen Aufruhr in Libyen heraufbeschworen, meinte Witali Naumkin, Direktor des Instituts für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften. Diese Konflikte könnten in einen Bürgerkrieg münden, der mit einer Dreiteilung des Landes endet. Da auch andere Staaten im Maghreb und auf der Arabis...


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