Verdammte oder verfluchte Soldaten?

In Polen werden jetzt andere »Helden« geehrt

  • Von Julian Bartosz, Wroclaw
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In Polen gibt es einen weiteren »Nationalen Gedenktag« – für die »verdammten Soldaten«. Am 1. März wird er zum ersten Mal begangen. So beschloss es vor Wochen der Sejm, auch mit den Stimmen des Bündnisses der Demokratischen Linken (SLD).

Die Initiative geht noch auf den tödlich verunglückten Staatspräsidenten Lech Kaczynski zurück. Dessen Nachfolger Bronislaw Komorowski unterstützte das Anliegen vehement. Geehrt werden die »Helden des antikommunistischen Untergrunds«, die sich »zur Verteidigung der unabhängigen Existenz des polnischen Staates, im Kampf um die Selbstbestimmung und die Verwirklichung demokratischer Bestrebungen der polnischen Gesellschaft mit der Waffe in der Hand wie auch auf andere Weise der sowjetischen Aggression und dem aufgezwungenen kommunistischen Regime entgegengestemmt haben«. So heißt es in dem betreffenden Gesetz.

Eine kürzere und zugleich eindeutigere Formulierung der »Gründungsidee« des heutigen polnischen Staates, seiner Geschichts-, Bildungs-, Außen-, Kultur- und Sozialpolitik wird sich schwerlich finden. Die Befreiung des Landes von der faschistischen Okkupation zur »Aggression« umzufälschen und die in Jalta von den Großmächten entworfene...


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