Kreditgeber Junus in Misskredit

Richter bestätigen die Entlassung des Friedensnobelpreisträgers als Chef der Grameen-Bank

  • Von Hilmar König
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

In Bangladesch hat ein Gericht den Rauswurf von Friedensnobelpreisträger Mohammed Junus aus der von ihm gegründeten Grameen-Bank für rechtmäßig erklärt.

»Es ist ein schlechter Tag für uns, für Bangladesch.« So reagierte die Anwältin von Mohammed Junus auf die Entscheidung des Obersten Gerichts in Bangladesch. Sara Hossain kritisierte, das Gericht habe einer illegalen Entscheidung der Zentralbank Legitimität verliehen. Unklar blieb, ob Junus noch vor das Verfassungsgericht zieht.

Die Zentralbank hatte Junus' Entlassung in der vergangenen Woche rein formell begründet: Junus habe die Altersgrenze längst überschritten und sei in den letzten zehn Jahren wiederholten Rücktrittsbitten nicht nachgekommen. Der Geschasste wandte dagegen ein, seine Entlassung sei politisch motiviert. Seine Anwälte argumentierten, es liege gar nicht in der Verfügungsgewalt der Zentralbank, Beschäftigte der Grameen-Bank zu entlassen. Zudem gelte in seinem Fall die Altersgrenze nicht, denn er sei im Jahre 2000 auf unbestimmte Zeit zum Bankchef ernannt worden. Die Zentralbank hielt dagegen, sie habe der Ernennung ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.