Rache, Gewalt und verletzte Familienehre

Prozessauftakt gegen einen türkischstämmigen Berliner, der seine Frau getötet haben soll

Peter Kirschey aus Berliner Gerichtssälen

Der Angeklagte Fahrettin M. sitzt hinter dickem Panzerglas. Nicht, weil von ihm im Gerichtssaal eine Gefahr ausgehen würde. Der 35-jährige Berliner türkischer Abstammung soll geschützt werden vor einem möglichen Racheakt der Eltern der ermordeten Ehefrau. Aus Kreisen der türkischen Familie des Opfers sei bekannt geworden, erklärte der Vorsitzende Richter der 40. Großen Strafkammer, dass sie die Gerechtigkeit in die eigenen Hände nehmen wolle. Das solle im Gerichtssaal geschehen.

Nun sitzt er im Glaskasten, blickt immer wieder ängstlich nach hinten, wo die Angehörigen beider Familien, umringt von Zivilpolizisten, auf den Zuhörerbänken Platz genommen haben. Sie wurden zuvor mehrfach nach Waffen durchsucht, mussten bei der Kontrolle ihre Schuhe ausziehen und durften keinerlei Gegenstände wie Stifte oder Notizblöcke mit in den Gerichtssaal bringen. Rückblende: Am 22. August 2010 gegen 19 Uhr machten Spaziergänger an der ...


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