Der dritte Versuch

Die Jüdische Gemeinde Rostock ist offen für jedermann – ein Haus mitten im städtischen Leben

  • Von Jens-Uwe Berndt, Rostock
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Obwohl erst seit 20 Jahren wieder existent und mit knapp 700 Mitgliedern die größte in Mecklenburg-Vorpommern, geht die Jüdische Gemeinde Rostock in eine ungewisse Zukunft: Es fehlt an Nachwuchs.

Gottesdienst der Jüdischen Gemeinde Rostock

»40 Prozent unserer Leute sind über 60 Jahre alt«, sagt Juri Rosov, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Rostock. »Und es gehen immer mehr Junge weg. Ehepaare mit Kindern ziehen oft in den Westen.« Dem entgegenzuwirken sei schwer, denn es gebe nicht allzu viele kulturelle und religiöse Angebote, welche die Gemeindemitglieder, die seit 1990 aus der einstigen UdSSR einwanderten, an Rostock binden würden.

»Es geht darum, zu begreifen, dass wir unsere jüdischen Wurzeln hier in der Hansestadt haben. Auch wenn wir ganz woanders aufgewachsen sind«, sagt Rosov. »Die jungen Leute müssen wir in das Gemeindeleben einbeziehen, nur so hat der mittlerweile dritte Versuch in der Geschichte, in Rostock jüdisches Leben zu etablieren, eine Zukunft.«

Erst Ende Januar wurde die Rückkehr einer restaurierten, 200 Jahre alten Thora in die Synagoge in der Augustenstraße zu einem Symbol eines neuen Selbstbewusstseins und Zusammenhalts. »Unsere Mitgliede...


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