Lücke im öffentlichen Bewusstsein

Ein Verein tritt für ein Gedenken an das KZ Columbia-Haus auf dem Tempelhofer Feld ein

  • Von Tim Zülch
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Frieder Böhne vom Förderverein zum Gedenken an die Nazi-Verbrechen auf dem Tempelhofer Feld

Frieder Böhne blinzelt in die Sonne. Er steht auf dem Tempelhofer Feld, dort wo früher einer der drei Berliner Flughäfen war. Seit der Betrieb eingestellt wurde, ringt die Stadt Berlin um Konzepte für eine neue Nutzung. Böhne steht am nördlichen Rand des ehemaligen Flugfeldes und macht eine ausladende Bewegung: »Hier genau reihten sich die Baracken des Zwangsarbeiterlagers auf. Bis dort hinten«, sagt er und fixiert in der Ferne das Minarett der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm. Direkt sehen kann man von den Baracken nichts mehr. »Geologen haben aber aus der Luft die Umrisse der Baracken erkennen können, das ist alles«, erzählt Böhne.

Von 1938 bis zum Kriegsende waren hier Tausende von Zwangsarbeitern aus den von den Nazis besetzten Gebieten untergebracht. Sie arbeiteten unter anderem für die Weser Flugbau GmbH und die Luft-Hansa. Allein die Weser Flugbau beschäftigte 2000 Zwangsarbeiter. Hermann Göring war luftfahrtbegeistert und plante...


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